Dauer-Kleingartenkolonie Vor den Toren IV e.V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 31.08.2021 um 15:43 Uhr

Gärtnern im 21. Jahrhundert    

Aktuelle Empfehlungen   

Mit der Fachberatung sorgen Vereine und Verbände für eine gute gärtnerische Praxis im Kleingartenwesen. In Berlin werden Kleingärten auf einer Fläche von 2.900 Hektar „beackert“. Das sind 29.000.000 Quadratmeter – eine stattliche Zahl. Umgerechnet entspricht die Fläche über 4.000 Fußballfeldern für die Bundesliga. Das will gepflegt werden. Aber wie?


Gärten nicht einfach nur „konsumieren“

Mit dieser beträchtlichen Fläche aus der Summe unserer Kleingärten mag vielleicht die große Verantwortung für Natur und Umwelt in Berlin veranschaulicht werden. Was ist denn heutzutage eine gute gärtnerische Praxis? Es ist das nachhaltige, naturnahe Gärtnern und das Wissen um die komplexen ökologischen Zusammenhänge. Daher gilt es, nicht nur von „alten Hasen“ abzugucken, sondern selbstverantwortlich auf Umweltverträglichkeit, Artenvielfalt und Gartenhygiene zu achten. Unsere Gärten sollen nicht einfach nur für Spaß und Spiel „konsumiert“ werden. Die Landesfachberatung hat daher aktuelle Empfehlungen in ihren Leitlinien neu zusammengestellt.


Ressourcenschutz plus ökologische Aufwertung
Die Herausforderungen des Gärtnerns im 21. Jahrhunderts sind zum einen der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen Boden, Wasser und Luft. Zum anderen die Förderung der (heimischen) Tier- und Pflanzenvielfalt, das Anlocken von Nützlingen und das Anlegen von „Lebensräumen“ neben der kleingärtnerischen Nutzung. Die „Leitlinien“ für eine gute gärtnerische Praxis helfen, sich bei diesen Herausforderungen zu orientieren.

Für ökologische Gärten, gesunde Umwelt und gesunde Menschen!

Sven Wachtmann, Vorstandsmitglied Fachberatung


Leitlinien zur guten gärtnerischen Praxis


• Nachhaltiges, ökologisches und naturnahes Gärtnern
• Anwendung aller Maßnahmen des Integrierten Pflanzenschutzes und Vermeiden von chemischen Pflanzenschutzmaßnahmen, wo immer es geht. Vor der „chemischen Keule“ fachmännischen (alternativen) Rat einholen.
• Verzicht auf Unkrautvernichtungsmittel (Herbizide)
• Aktive kleingärtnerische Nutzung betreiben
• Verzicht auf leichtlösliche, synthetische und mineralische Dünger
• Verzicht auf Torf
• Humusgehalt im Boden erhöhen/ erhalten, dazu aktive Kompostwirtschaft betreiben!
• Kein Umgraben des Bodens, sondern ein Aufreißen/Lockern des Bodens
• Verzicht auf Anpflanzung oder Verbreitung von invasiven Pflanzen
• Ganzjährige Bodenbedeckung im Obst- und Gemüsebeet (z.B. Nachpflanzen, Mischkulturen, Gründüngung, Mulchen)
• Erhaltung und Förderung alter Sorten
• Anlegen/Schutz von Biotopen (z.B. Teich, Totholzhaufen, Benjeshecke, Trockenmauern, Fassaden- und Dachbegrünung)
• Schaffung von Nistmöglichkeiten für die Tierwelt (z.B. Fledermauskästen, Insekten-Nisthilfen, offenen Flächen am Wegesrand, Böschungen usw. für Erdnester von Wildbienen etc.)
• Nahrungspflanzen für Insekten so auswählen, dass sich die Blütezeit über das ganze Jahr erstreckt.
• Einsatz von umweltfreundlichen und nachhaltigen Materialien sowie Vermeidung jeglicher Versiegelung im Garten
• Effektive und gezielte Bewässerung im Garten (z.B. Regenwasser auffangen, Einsatz von Tröpfchenbewässerung), Vermeidung von Wasserverschwendung
• Eindämmung der Lichtverschmutzung im Garten und der KGA
• Einhaltung bestehender Gesetze (z.B. Naturschutzgesetz, Gartenordnungen, Satzung)


Foto: Marion Kwart

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